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Bei der Produktion von schmackhaftem Rindfleisch haben die
Franzosen ein gewichtiges Wort mitzureden. Neben der bekannt
guten Qualität des Fleisches wird dem Verbraucher Sicherheit
und Transparenz geboten durch Systeme, die eine lückenlose
Rückverfolgbarkeit von der Ladentheke bis zum Züchter ermöglichen.
Funktionierendes Beispiel für ein solches System ist das Fleisch
der Marke Charoluxe, die 1994 für den deutschen Markt entwickelt
wurde.
Französische Rinderzüchter konzentrieren sich im Wesentlichen
darauf, entweder Fleischrinder oder Tiere für die Milchproduktion
zu erzeugen. Durch die strikte Ausrichtung auf nur ein Zuchtziel
in diesem Fall die Fleischqualität wird das Fleisch zarter,
saftiger und geschmacksintensiver. Von den 25 in Frankreich
existierenden Rinderrassen werden 9 zur Milchproduktion,
weitere 6 als Zweinutzungsrassen gehalten. Die bekanntesten
der verbleibenden 10 Rassen zur Fleischgewinnung sind die
Arten Charolais, Limousin, Blonde d'Aquitaine und Aubrac.
Für Charoluxe-Markenfleisch werden bis 24 Monate alte Jungbullen
der Rasse Charolais oder deren Kreuzungen geschlachtet. Ein
Regelkatalog, das so genannte Lastenheft, faßt die Normen
für die Erzeugung und den Verkauf des hochwertigem Fleisches
zusammen. Die Einhaltung der Normen wird sowohl von staatlicher
Seite als auch von einem unabhängigen Kontrollinstitut, dem
Institut SGS-ICS, überprüft.
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Lastenheft wurde in diesem Sommer erweitert. Es schreibt
jetzt auch die Zusammensetzung der verwendeten Futtermittel
und die Zuchtbedingungen vor, so daß die gesamte Produktionskette
erfaßt ist. Dementsprechend er strecken sich die Kontrolltätigkeiten
inzwischen auch auf die Bereiche Zucht sowie Futtermittelherstellung
und verwendung. |
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| Bedingung
für die Aufnahme in das Charoluxe-Programm ist, daß Geburt,
Aufzucht und Schlachtung in Frankreich dokumentiert sind.
Die individuelle Kennzeichnung der höchstens 7 Tage alten
Rinder mit zwei Ohrmarken, auf denen zehnstellige Identifikationsnummern
und das Herkunftsland vermerkt sind, geht einher mit der
Ausstellung eines Rinderpasses DAB(=document d'Accompagnement
Bovin). Dieses Dokument enthält neben der ID-Nummer, das
Herkunftsland (Frankreich), die Rasse und das Geschlecht
des Tieres sowie die Rasse beider Eltern. Der Rinderpass
ist, ebenso wie die Ohrmarken, für die spätere Schlachtung
unabdingbar. |
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| In
den ersten Monaten werden die Rinder mit Muttermilch ernährt.
Die Milch der Muttertiere dient ausschließlich zur Fütterung
der Kälber. Später bekommen die Jungbullen auch pflanzliche
Futtermittel, die die Ernährung mit dem vorhandenen frischen
Weidegras ergänzen. Fleisch und Knochenmehl dürfen in
Frankreich bereits seit 1990 nicht mehr an Rinder und
seit 1994 generell an alle Wiederkäuer verfüttert werden.
Auch Leistungsförderer sind nicht gestattet. |
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Während der
Aufzucht können sich die Tiere auf der Weide und in
halboffenen Rinderställen frei bewegen, dadurch lagert
sich das Fett gleichmäßig zwischen den Muskelsträngen
ab. Die entstehende charakteristische Marmorierung macht
das Fleisch zart und geschmacklich hochwertig.
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Mit regelmäßigen Stichproben
bei den Züchtern vor Ort wird die Einhaltung der Vorschriften
des Lastenheftes kontrolliert. Neben den verwendeten Futtermitteln
gehört auch die Bewertung der artgerechten Haltung, der Unterbringung
sowie des Gesundheitszustandes und der Sauberkeit der Tiere
zu den Aufgaben, die das Institut SGS wahrnimmt.
Die Zuchtregionen
der Charolais-Rinder liegen im Burgund, in der Normandie und
an der Loire. Alle 16 Schlachthöfe, die für Charoluxe arbeiten,
befinden sich direkt in diesen Regionen. Damit entfallen lange
Transportzeiten, der Streß für die Tiere verringert sich und
die Fleischqualität bleibt erhalten. Eine relativ geringe
Anzahl von EU-zugelassenen Schlachtbetrieben im Charoluxe-Programm
erleichtert die Einhaltung des Herkunftssicherungssystems.
Bei der Ankunft der
Rinder im Schlachtbetrieb werden die Ohrmarken-Nummern mit
dem Pass der Tiere verglichen und in das Computersystem eingegeben.
Eine auf den Ohrmarken-Nummern basierende Schlachtnummer wird
auf vier Etiketten gedruckt und an den Schlachtvierteln befestigt.
Ausgehend von den
Anforderungen des Lastenheftes erfolgt die Beurteilung der
Schlachtkörper und deren Zusammenfassung in homogene Gruppen.
Die Gruppen erhalten eine Losnummer und ein Register, auf
dem die Schlachtnummern der einzelnen Tiere sowie die verschiedenen
Schlachtkörper erfaßt sind. Danach beginnt die losweise Zerlegung.
Für die gewonnenen
Teilstücke schreibt Charoluxe ein Mindestgewicht und einen
ph-Wert unter 5,8 vor. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind,
werden die Teile mit dem Marken-Logo und einem Orgainventkonformen
Etikett versehen und eingeschweißt.
Auf dem Etikett sind
wichtige Informationen für den Verbraucher, wie Herkunftsland,
Schlachthof und Losnummer vermerkt. Die Schlachtbetriebe sind
verpflichtet, alle gespeicherten Daten, die die Rückverfolgbarkeit
bis zum Züchter ermöglichen, noch wenigstens 30 Tage nach
der Schlachtung aufzubewahren.
Die letzte Kontrolle
des so verarbeiteten Rindfleisches erfolgt vor Ort in Deutschland,
wo die Mitarbeiter des Bremer SGS-Büros stichprobenartige
Prüfungen der Ware, ihrer Etikettierung und des Gewichtes
vornehmen. Charoluxe-Markenrindfleisch erhalten Sie bei
Fleischwaren Gusenburger GmbH.
Die Rasse Charolais
Seinen Ursprung hat
das Charolais-Rind im südlichen Jura Frankreichs, wo es in
der Anfangszeit als Dreinutzungsrind - Milch- und Fleischlieferant
sowie Arbeitstier diente. Die züchterische Bearbeitung der
Rasse begann nachweislich im Jahre 1773. Heute wird das Charolais-Rind
ausschließlich als Fleischrasse gehalten.
Auf französischen
Weiden grasen derzeit 25 Rinderrassen, 10 davon sind Fleischrassen.
Sie machen beinahe die Hälfte - 45,5 % - der 20 Mio. in Frankreich
gezüchteten Rinder aus.
Tiefe Brust, relativ
kurze Gliedmaßen mit starkem Fleischansatz und sehr viel Muskelmasse
gehören zu den optischen Charakteristika der Tiere. Die ruhigen,
anspruchslosen Charolais verfügen über ein ausgeprägtes Fleischbildungsvermögen,
was sich in einer täglichen Gewichtszunahme von bis zu 1.400
g bei den Jungbullen dokumentiert.
Die Schlachtausbeute
von 67 % und mehr macht hohe Deckungsbeiträge für die Mäster
möglich, wozu auch der bemerkenswert hohe Anteil von hochwertigen
- und damit teuren - Fleischteilen beträgt. Die Mastrasse
Charolais mit der charakteristischen, kompakten Körperform
hat unter allen französischen Fleischrassen die größte Zuchtbasis.
Das feine, hellrote
Fleisch ist bekannt für sein Aroma, die Zartheit und nicht
zuletzt die Marmorierung, die das Fleisch bei der Zubereitung
saftig und weich erhält. Charolais-Rinder sind inzwischen
in 70 Ländern der Erde zu finden. In Deutschland wurden die
weißen bis cremefarbenen Tiere mit dem hellen fleckenlosen
Flotzmaul 1960 eingeführt.
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